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Bauchschmerzen, Dysbiose - finde keine Lösung [Hits: 1349]

Hallo zusammen,

in den letzten Jahren war ich hier nur stiller Mitleser und habe die Hoffnung, dass unter den Kopplern jemand ist, der für unser aktuelles Problem einen Lösungsansatz oder den richtigen Ansprechpartner parat hat.

Vor zwei Jahren habe ich nach dem Tod meiner Stute mein aktuelles Pferd gekauft (Oldenburger-Wallach, aktuell 8 Jahre alt).
Kurz gefasst zur seiner etwas unschönen Vorgeschichte: Seine Vorbesitzer hatten ihn in "Beritt" gegeben. Als sie nach drei Monaten nach ihm geschaut haben, war er völlig abgemagert, hatte langes Hungerfell und war total durch den Wind. Sie haben ihn dann direkt dort weg geholt.
Als ich ihn kaufte, war er schon wieder etwas aufgefüttert (leider mit Unmengen Silage und mehreren Kilo Hafer täglich). Beim Kauf wurde eine AKU inkl. Röntgen (auch Rücken) durchgeführt, laut Tierarzt sprach hier nichts gegen die Eignung als Reit-/Sportpferd.

Direkt nach seinem Einzug bei mir zeigte er massive Rückenschmerzen. Der TA diagnostizierte hier eine Entzündung des langen Rückenmuskels. Beim Probereiten und der AKU war davon nichts zu merken. Ggf. hatte er dort Schmerzmittel intus; das ist jedoch nur eine Vermutung, Blut habe ich (blöderweise) nicht nehmen lassen.

Ich habe dann erstmal die ersichtlichen "Mängel" soweit möglich beheben lassen (Wolfszähne entfernen lassen, Hufe korrekt gestellt, physiotherapeutisch behandeln lassen) und den Sommer über außer etwas Bodenarbeit nichts mit ihm gemacht.
Zum Herbst 2019 hin sah er körperlich bereits sehr gut aus und auch nervlich war er deutlich entspannter. Nach etwas Longenarbeit versuchten wir es mit dem Reiten (max. 3x pro Woche). Hier war er grundsätzlich brav, hat sich aber auf nichts wirklich eingelassen und ständig neue Blockaden und Rückenverspannungen. Auffällig war außerdem ein häufig "in sich gekehrter" Blick. Insgesamt war die Rittigkeit mal besser und mal schlechter, aber nie wirklich gut. Ich hatte ständig das Gefühl, dass etwas nicht mit ihm stimmt. Über den letzten Sommer hinweg wurde es zunehmend noch schlechter. Hinzu kam, dass er unterm Reiter nicht mehr geäppelt hat und immer klemmiger wurde. Anschließend hat er dann meist direkt einen riesigen stinkenden Haufen abgesetzt.

Ab September 2020 zeigte er die Symptomatik, dass er immer wieder plötzlich aufhörte sein Heu zu fressen und sich völlig in sich gekehrt in die Ecke des Paddocks stellte. Nachdem er dann irgendwann geäppelt hatte, hat er wieder normal weiter gefressen.

Eine Gastroskopie ergab, dass der Magen völlig in Ordnung ist. Ultraschall des Darms, der Nieren und der Blase war ebenfalls unauffällig. Das Blutbild war komplett in Ordnung bis auf einen erhöhten Serum Amyloid A-Wert (Hinweis auf Entzündung). Parasiten waren keine im Kot nachweisbar.
Daraufhin habe ich ihn zunächst einmal "Darmkräuter" (Kurkuma, Mariendistel, Artischocke und weitere Bitterkräuter) sowie einen Toxinbinder (Magnosorb) gefüttert. Die ganz schlimmen Symptome mit den plötzlichen Fresspausen sind seither weg. Er schaut aber dennoch oft "traurig".

Aktuell wurde nochmal ein Ultraschall des Bauchs gemacht. Hier ist kein Hinweis auf eine Darmentzündung zu erkennen. Das im Herbst erhöhte Serum Amyloid A ist auch wieder bei 0.

Ich habe ihn aktuell ein paar mal an die Longe genommen und er zeigt hier weiterhin dieselben Symptome wie seit dem Spätsommer (klemmiges Laufen, stehen bleiben und in sich gekehrt schauen, Herauspressen weniger Äppel, danach kurzzeitig etwas besseres Laufen).

Magen-/darmschonend (Haferflocken, Kwik Beets, Leinsamen) wurde er vorher schon gefüttert, da ich Bedenken wegen Magengeschwüren hatte, weil er sich so schnell stresst. Ebenso bekommt er dauerhaft Magnesium und kurweise Mangan, Zink und Saccharomyces Cerevisae. Heu guter Qualität hat er rund um die Uhr, auch im Sommer neben der Weide, zur Verfügung.

Die aktuelle Kotprobe ergab weiterhin eine Dysbiose: keine Laktobazillen nachweisbar, dafür aber massenhaft Clostridien und mittelgradig Candida sowie in geringem Maß Schimmelpilze.

Derzeit lasse ich auf Anraten des Labors Hafer und Mineralfutter weg. Außerdem soll ich die fehlenden Laktobazillen über ein Zusatzfutter ergänzen.
Heucobs gebe ich seit letzter Woche zusätzlich. Eine Flohsamen-Kur gegen potenziellen Sand im Darm habe ich ebenfalls vor Kurzem gemacht. In der Kotprobe wurde keiner nachgewiesen.

Inzwischen denke ich, dass auch die Rückenverspannungen über das letzte Jahr hinweg ihre Ursache in den ständigen Bauchschmerzen haben. Ich weiß aber nicht, ob es tatsächlich "nur" an der Dysbiose liegt, dass mein Pferd dauernd Bauchschmerzen hat oder doch noch ein anderes Problem ursächlich dafür ist.
Laut den Tierärzten - inzwischen drei verschiedene - wäre die Dybiose nicht die Ursache und sie nehmen mich auch nicht wirklich ernst ("Der sieht doch gut aus, das kann nicht am Darm liegen, dann hätte er Durchfall." oder "Manchmal muss man sie auch über den Punkt hinweg arbeiten."). Alternative Lösungsansätze können sie mir allerdings auch nicht sagen.

Hättet Ihr vielleicht noch Ideen, wo man diagnostisch ansetzen kann? Oder wie man zunächst die Dysbiose in den Griff bekommen kann?

LG

Flubber


13.02.2021 - 20:26
Cantangano

Ist der Schatz eingedeckt? Sattel passt? PSSM getestet? Wie wird er aktuell gearbeitet?

Warum sind es für dich Bauchschmerzen? Rückenschmerzen können durchaus Verdauungsstörungen mit sich bringen ...


13.02.2021 - 20:32
Cantangano

Ist auch Clostridentoxin nachweisbar oder nur Clostridien im Darm? Mein erstes wäre bei einer Dysbakteriose die Heuqualität zu überprüfen und ev. mal Heu zur Untersuchung einzuschicken, auch wenn es gut aussieht. Gesunde Darmflora entsteht durch hochqualitatives Futter, ich gestehe ich bin da auch nie der Fan von Laktobacillen geben da auch diese nicht die normale Darmflora darstellen. Eventuelle mal an eine Transfaunierung (=Darmfloraübertragung von einem darmgesunden Pferd) überlegt? Das ist zwar aufwändig über einige Tage, oft fehlen nicht Bakterien sondern Mikroorganismen im Darm

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